Zu meinem Aufnahmestandort gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Er liegt mitten in der Oberpfalz, ca 20 km nördlich von Regensburg, knapp 400m über Meereshöhe. Hier herrscht Bortle Klasse 4-5. Gerade die Nähe zu Regensburg macht das Erstellen von Aufnahmen die im Süden in Horizontnähe liegen schwierig. Zudem kommt die doch recht hohe Lichtverschmutzung aus dem umliegenden Städtedreieck (Burglengenfeld, Maxhütte-Haidhof und Teublitz) und die extrem übertriebene Beleuchtung des Netto Zentrallagers. Könnte mir durchaus vorstellen, dass man mit deren Parkplatzbeleuchtung unser ganzes Dorf mehr als ausreichend beleuchten könnte. Aber Strom kostet ja nichts.
Neubausiedlungen sprießen wie Pilze aus dem Boden und machen nicht nur der Natur das Leben schwer. Astronomiebegeisterte und Astrofotografen haben es relativ schwer, ihrem Hobby nachzugehen. Bei uns ist es vielleicht wirklich so, dass noch niemand etwas von Lichtverschmutzung und deren Folgen (für Mensch und Natur) gehört hat.
Ich werde zumindest zeitnah bei unserer Gemeinde zum aktuellen Stand anfragen und dort versuchen, unterstüzend mitzuwirken. Wenn man denn meine Hilfe annimmt. Ich werde berichten.

Warum die Lichtverschmutzung nicht nur für Astrofotografen eine Qual ist, sondern uns alle angeht, zeigt z.B. dieses Video bei Youtube – Verlust der Nacht
In den Links findet ihr weitere Infos, Flyer etc zu diesem doch wichtigen Thema.

Anbei eine Karte, die das Ausmaß des Ganzen schön veranschaulicht. Stand Mitte 2019
Mit einem Klick auf die Karte könnt ihr auch sehen, wie es um euren Standort steht.


Heiner Weiss AstroCredits zur Karte: Jurij Stare, http://www.lightpollutionmap.info

Folgender Inhalt basiert auf dem Artikel Bortle Skala aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung (de)).

Im Gegensatz zu Seeing-Skalen erfolgt die Bestimmung des Grades der Lichtverschmutzung vorwiegend ohne optische Hilfsmittel. Neben einigen einfachen Methoden zur Einordnung, wie das Auszählen von Sternen einer bestimmten Himmelsregion, gibt es auch anerkannte Skalen. Am meisten verbreitet ist die im Februar 2001 veröffentlichte Bortle-Skala nach John E. Bortle. Die Einteilung erfolgt in neun Klassen:

  • Klasse 1: extrem dunkel (Wüste)  –  Grenzgröße 8,0 bis 7,6 mag
    Zodiakallicht, Zodiakalband und Gegenschein auffällig. Airglow direkt sichtbar. Die Milchstraße in den Sternbildern Schütze/Skorpion wirft Schatten. Die Galaxie M33 ist mit bloßem Auge mit direktem Sehen auffälliges Objekt. Jupiter und Venus behindern die Dunkeladaptation. Instrumentarium und Menschen vor dunklem Hintergrund nicht zu erkennen.
  • Klasse 2: sehr dunkel (Gebirge)  –  Grenzgröße 7,5 bis 7,1 mag
    Zodiakallicht hell und Farbe gelblich. Airglow in Horizontnähe schwach erkennbar. Sommermilchstraße stark strukturiert. M33 mit bloßen Augen und direktem Sehen leicht erkennbar. Wolken stehen am Nachthimmel nur indirekt als dunkle Löcher vor dem Sternhimmel. Teleskop nur schemenhaft erkennbar.
  • Klasse 3: Land  –  Grenzgröße 7,0 bis 6,6 mag
    Zodiakallicht im Frühling und Herbst noch erkennbar. Milchstraße deutlich differenziert. M33 mit bloßen Augen und indirekt leicht erkennbar. Horizont bereits lichtverschmutzt. Beobachtungsinstrumentarium deutlich erkennbar.
  • Klasse 4: Übergang Land/Vorstadt  –  Grenzgröße 6,5 bis 6,1 mag
    Zodiakallicht nur teilweise zu sehen. Milchstraße deutlich, aber teilweise bereits strukturlos. M33 auch indirekt kaum zu sehen. In Horizontnähe deutliche Lichtverschmutzung. Wolken über Siedlungen deutlich aufgehellt. Beobachtungsinstrumentarium sehr deutlich erkennbar.
  • Klasse 5: Vorstadt  –  Grenzgröße 6,0 bis 5,6 mag
    Zodiakallicht nur in besten Nächten im Frühjahr oder Herbst erkennbar. Milchstraße in Horizontnähe kaum erkennbar, im Zenit strukturlos. Lichtverschmutzung in allen Richtungen. Wolken auch über Beobachtungsort deutlich aufgehellt, teilweise heller als der Himmel. Beobachtungsinstrumentarium auch ohne Rotlicht bestens erkennbar.
  • Klasse 6: helle Vorstadt  –  Grenzgröße 5,5 bis 5,1 mag
    Kein Zodiakallicht. Milchstraße nur im Zenit, M31 indirekt gerade noch zu sehen. Himmel bis 35 Grad Höhe grau/weiß. Wolken hell angeleuchtet.
  • Klasse 7: Übergang Vorstadt / Stadt  –  Grenzgröße 5,0 bis 4,6 mag
    Gesamter Nachthimmel grau/weiß. Milchstraße unsichtbar. Selbst hohe Wolken hell angestrahlt.
  • Klasse 8: Stadt  –  Grenzgröße 4,5 bis 4,1 mag
    Himmel weiß/orange. Sternbilder mit großen Lücken. Zeitungsschlagzeilen mühelos lesbar.
  • Klasse 9: Innenstadt  –  Grenzgröße 4,0 mag und heller
    Gesamter Nachthimmel bis in den Zenit hell erleuchtet. Viele Sterne in den Sternbildern verschwunden. Himmelslücken gänzlich sternfrei. M45 das letzte erkennbare Messier-Objekt.

Die Klassen 1 und 2 treten in Mitteleuropa nicht mehr auf!

Auf den ersten Blick ein schönes Szenario. Aufgenommen bei den Eselweihern in Teublitz. Leider mit bloßem Auge kaum sichtbar und mit der Kamera nur mit Müh und Not einzufangen, die Milchstraße. Das Bild entstand um ca 23.30 Uhr Ende Juni 2019. Dort wo man eigentlich das Zentrum sehen sollte, erstrahlt die Lichterglocke von Maxhütte-Haidhof, in unmittelbarer Nähe die Fa. Läpple, ein Automobilzulieferer. Rechts im Bild lassen Burglengenfeld und ebenfalls noch Regenstauf/Regensburg den Nachthimmel in eine braune Suppe eintauchen. Man redet hier von Lichtverschmutzung. Dagegen kann JEDER von uns etwas tun!
Dass wir damit der Natur keinen Gefallen tun sollte in der heutigen Zeit jedem einleuchten.